Ausstellungen

1996

Foyer der Stadt- und Universitätsbibliothek Bern

Wir zeigten in selbst hergestellten Kartonvitrinen
Arbeiten zum Thema Buch und Form
Peter Aegerter Vera Creola Christian Guggenbühl
Edwin Heim Jörg Oberli Hansruedi Zoller

Handpressenmesse Frauenfeld
Bucheinbände
Peter Aegerter Vera Creola Christian Guggenbühl
Edwin Heim Simone Neff-Walser
1998

Design-Center Langenthal

Zum Thema Schere Stein Papier wurden
verschiedene Arbeiten der gestaltenden
Buchbinder gezeigt.
Peter Aegerter Vera Creola Willy W. Furrer
Edwin Heim Thomas Isaak Simone Neff-Walser
Jörg Oberli Ceno Ruepp Hansruedi Zoller


2001

Altes Schützenhaus Zofingen

Das Thema Papierzeichen inspirierte unsere
Gruppe zu vielfältigen Papierarbeiten.
Peter Aegerter Vera Creola Willy W. Furrer
Edwin Heim Jörg Oberli Ceno Ruepp
Magdalena Winkler Hansruedi Zoller




2004

Katharinen St. Gallen

Neuartige Bucheinbände
Gruppenarbeit: Jürg Amann, Mutter töten
Peter Aegerter Daniela Bruderer Vera Creola
Edwin Heim Jörg Oberli Ceno Ruepp
Magdalena Winkler Hansruedi Zoller

2006

Kornschütte Luzern

Retrospektive 1994-2004
Gruppenarbeit: Thema Musik
Peter Aegerter Vera Creola Edwin Heim Jörg Oberli
Ceno Ruepp Magdalena Winkler Hansruedi Zoller


2009

Gutenberg Museum Freiburg

Grafische Arbeiten und Bucheinbände
schwarz/weiss
Peter Aegerter Vera Creola Edwin Heim Jörg Oberli
Ceno Ruepp Camilla Ryser Magdalena Winkler
Moena Zeller Hansruedi Zoller
2012

Hafenmuseum Speicher XI Bremen

Wasserfalten
Leporello-Objekte zum Thema Wasser   
Edwin Heim Ceno Ruepp Hansruedi Zoller
Gast Lore Hübotter
2013

Klingspor-Museum Offenbach

Wasserfalten
Eine Übernahme des Hafenmuseums
Speicher XI Bremen
2016

Atelier Aegerter Langnau i.E.

MINIATURES
Flyer Oktober 2016

2017

Haupt Buchhandlung Bern

MINIATURES
Flyer September 2017
   

Ausstellung zum Thema Buch und Form

Im Foyer 63 der Stadt- und Universitäts-
bibliothek Bern
Der Aufmarsch der Interessenten war beeindruck­
end, und ebenso beeindruckend war die Ausstel-
lung selbst, sowohl in der Vielfalt wie in der Quali­­­
tät der Arbeiten.
Wie nach Schluss der Ausstellung zu erfah-
ren war, wurde dieses Urteil auch vom Gastgeber
geteilt, und auch die Beachtung der Ausstellung
durch die Bibliotheksbesucher sei überdurch-
schnittlich gewesen.
Die Ausstellung spiegelte den selbstgewählten­
Anspruch der Gruppe in bezug auf Vielfalt und
Qualität der Arbeiten. Die Qualität wird gefördert
durch die Gruppenarbeit.

TEXT BINDETECHNIK 10/96

 


Die Arbeiten, die wir hier in der Ausstellung se­­hen,
liegen eigenständige gestalterische Ideen zugrunde.
Sie verweisen somit auf die geistige Kompo-
nente im Schaffen des Handbuchbinders. Der von
ihm gestaltete Handeinband übersetzt die im Text
gemachten Erfahrungen und Gefühle. Komposi-
tion, Klang, Musik und Form eines Textes werden
ergänzt durch haptische Reize. Der Handeinband
kann damit die kongeniale Entsprechung des Text­es
in Form, Material und Entwurf sein, ist dabei in
hohem Masse funktional und besitzt einen realen
Gebrauchswert.
Wir lernen literarische Texte sinngebend nachzu-
vollziehen, sie zu interpretieren, um sie uns anzueig-
nen. Die Ausstellung zeigt den kreativen Aspekt der
Arbeit des Handbuchbinders.
Kreativ nur kann er auf einem kleinen und um-
kämpften Markt seine Position halten, sein Ange-
bot erweitern und so neue Kunden gewinnen.

TEXT WOLFGANG PUISSANT


Schere Stein Papier   Papierzeichen
im Design Center Langenthal 1998   Altes Schützenhaus Zofingen 2001
Buchbinderinnen und Buchbinder fertigen aus Papier Bücher. Dass es nicht immer der klassische Bucheinband sein muss, zeigte die Ausstellung im Design-Center in Langenthal. Sie gab Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten, mit handwerklichem Können auch unkonventionelle Ideen zu verwirklichen. Eine Vielfalt von Gegenständen ist so ausgestellt, dass die Exponate gut zusammenpassen ­­­­­­­­­­und nicht nach Herstellern geordnet sind. Aber ­nicht nur die einzelnen geschaffenen Objekte, sondern auch die Ausstellung als ganzes, von der Gruppe gemeinsam gestaltet, war ­beeindruckend.

TEXT BINDEREPORT 3/1999



Mit dem Abzählreim Schere Stein Papier hat sich die Gruppe «Buch und Form» Steine in den Weg gelegt. Nach zweijähriger Arbeit zeigt ­sich das Ergebnis im Design-Center.

Ein zusätzlicher Steinhaufen liegt auf den Pfla­stersteinen vor dem Design-Center. Darin prangt eine kleine weisse Wand. «Schere Stein Papier» steht darauf. Erreicht man den ersten Stock, wird man von einem Labyrinth aus Papierstreifen empfangen. Überwindet man auch dieses, steht man schliesslich im Ausstellungssaal. Hier häufen sich Steine auf Steine, ­­ Steine, die etappenweise zu Sand ­verfallen, Steine, die Gedichte illustrieren, Steine aus Papier, Papier aus Steinen.

TEXT NADIA BIEDERMANN
  Seite für Seite bedruckt, zu Lagen gefalzt, geheftet hier in der Ausstellung ausschließlich mit Papiereinbänden: das Buch. So kennen wir das Papier als Informationsträger, als Zeichen, welches auf anderes als auf sich selbst verweist. Nun: gelocht, gestanzt, geknittert, geknickt, gefaltet, geritzt, gerillt, gerissen, geschnitten, geschichtet, oder aus der amorphen Faserdispersion geschöpft, dem lenkenden Einfall gehorch­­end, wird das Papier Mittel bildnerisch-plastisch­­­er Gestaltung, wird ästhetisches Zeichen, welches sich in erster Linie auf sich selbst als Ausdrucksmittel, als Zeichen bezieht. Das ist der Bogen: von der traditionellen Funktion als Informationsträger für das gedruckte Wort ist das Papier befreit, hat seine Autonomie gewonnen, indem es durch die ihm entsprechenden Bearbeitungsweisen zum Zeichen wird, dessen Deutung und Bedeutung eines neuen Kontextes bedarf, ein Kommunikationsangebot darstellt. Anders als Stein, Holz oder Metall in widerständiger Härte und Sprödigkeit, in der Schwere, die den Tastsinn fordert und die Phantasie erdet, ruft das Papier den Eindruck der Leichtigkeit hervor, vielleicht gar der Vergänglichkeit und im Sprung zwischen Zwei- und Dreidimensionalität entfalten sich Illusionen, verschiebt sich die Wahrnehmung, lösen sich Fixpunkte auf.
Zeichen der Zeit. Die Gruppe Buch und Form umreißt experimentell die Möglichkeiten des Mediums Papier, setzt Akzente und zeigt Spielräume für neue Gestaltungen, die sowohl für die Urheber als auch für die Betrachter das Papier als universellen Werkstoff seiner Alltäglichkeit enthebt.

TEXT WOLFGANG PUISSANT
                           

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Buch und Form zeigt Bucheinbände   Retrospektive 1994-2004
und neue Arbeiten zum Thema Musik
Katharinen St.Gallen 2004   Kornschütte Luzern 2006
Die meist kleinformatigen Exponate, wie es Bücher nun mal sind, kamen im freundlich­­en, klassisch-schönen Ausstellungsraum sehr gut ­­­­­­­­zur Geltung. Die Bücher sind teils offen, auf schwar­­­­­zen Konsolen, teils in den gruppeneigenen Vitrinen ausgestellt. Ein gemeinsames Arbeitsthema hat für die Ausstellungen von Buch und Form Tradition. ­­­Fast jeder Teilnehmer hatte mindestes einmal das ­­­Buch mit dem Titel Mutter töten von Jürg Amann ­gebunden. Die Idee, den Autor zu einer Lesung aus eben diesem Buch einzuladen, erwies sich als glücklich ­­und erfolgreich. Jürg Amann bemerkte einleitend, er habe bereits Einblick in die Ausstellung genom­men, es sei ein beglückendes Erlebnis, sein Werk in so persönlich geprägten Formen vorgefunden zu haben.

TEXT BINDEREPORT 4/2005
  Die Vernissage war die Antwort auf die anfänglich bange Frage der Gruppenmitglieder, ob sie den riesigen geschichtsträchtigen Raum der Kornschütte auch füllen könnten. Kurz gesagt, es war gelungen, und dies sogar doppelt: einmal mit den Ausstellungsgegenständen, dann auch mit dem stattlichen Besucheraufmarsch. Der grosse Ausstellungsraum, gegliedert durch tragende Säulen, erlaubte eine klare Trennung der beiden Themen durch das in einer Schlangenlinie aufgestellte Kartogon. Die aktuelle Art der Anordnung erlaubte sowohl faszinierende Durchblicke zwischen den beiden Bereichen Musik und Retrospektive als auch die Aufnahme von Teilen der Ausstellung. Das Thema Musik war sehr vielfältig behandelt­­ worden. So vielfältig wie die Musik ist, so vielfältig sind auch die Möglichkeiten, sich dieser buchbinderisch zu nähern.

TEXT BINDEREPORT 1/2007
     

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schwarz weiss / noir blanc   WASSERFALTEN
Gutenbergmuseum Freiburg 2009   Hafenmuseum Speicher XI Bremen 2012
Die Kreativgruppe «buchundform» widmet seine aktuelle Wechselausstellung «SCHWARZ WEISS – NOIR BLANC» diesen gegensätzlichen Farben und zeigt ihre kreativen Innovationen aus dem Buchbindehandwerk auf. Als ausgebildete Berufsleute beherrschen die Mitglieder der Kreativgruppe «buchundform» den klassischen Bucheinband in seiner perfekten Form. Ihre Werke beschränken sich nicht einfach auf schöne Bucheinbände. Das ist gerade das Spannende. Sie suchen zukunftsorientiert neue Wege und Möglichkeiten, um Kunstwerke mit den Materialien und Arbeitstechniken eines Buchbinders entstehen zu lassen. Der Kunst des Buchbindens wird oft erst Beachtung geschenkt, wenn einem bei einem Buch nach wiederholtem Konsultieren, einzelne Seiten entgegenflattern oder noch schlimmer, gar fehlen. Bei der Buchbinderei geht es aber nicht nur darum, dass die einzelnen Blätter eines Buches zusammengehalten und geschützt werden. Die Kreativgruppe «buchundform» arbeitet kontrapunktisch zu kunstvollen schweren Einbänden und industriell gebundenen Massenwerken mit eigenständig entwickelten Techniken. Sie verwenden ungewöhnliche Materialen, die zusammen mit einer zeitgemässen Gestaltung spielerisch leichte Unikate entstehen lassen.

TEXT BINDEREPORT 4/2005
  Wasser verträgt sich mit Papier sehr gut, und es lässt sich natürlich falten: Wer das nicht glauben kann, sollte sich im Hafenmuseum Speicher XI davon überzeugen lassen. Die Idee für die Gemeinschaftsausstellung mit Edwin Heim, Ceno Ruepp und Hansruedi Zoller hatte Lore Hübotter. Die Bremer Buchdesignerin gehört schon seit Jahrzehnten zu den regelmässigen Gaststudentinnen des «Centro del bel libro» in Ascona. Dort machte sie auch die Bekanntschaft mit den drei Mitgliedern der Kreativgruppe «buchundform» aus Ascona, Luzern und Winterthur. Als formale Klammer hatten sich die Buchkünstler für das Leporello entschieden. Im weiten, lichtdurchfluteten Ausstellungsraum werden die Exponate auf speziell angefertigten originellen Faltkonstruktionen präsentiert. Für Ihr gemeinsames Thema haben die vier Handbuchbinder ganz verschiedene Ausdrucksformen gefunden. Da werden weiche Wellen durch eine ebenso flexible wie robuste Struktur aus Papierstreifen simuliert, eine holzschnittartige Oberfläche assoziiert die undurchdringliche Tiefe des Meeresgrundes, Licht wird in transparenten, flexiblen Kunststofffolien eingefangen, das Spiel der Farben auf dem Wasser durch Digitaldrucke wiedergegeben. Manche der Objekte der Ausstellung sind Bücher im klassischen Sinne – sie geben sich als edle kleine Gedichtbände zu erkennen, als Alben, in denen Schätze wie Briefe oder Fotografien gehütet werden könnten, Kladden aus feinem Bütten, die auf Skizzen oder Tagebucheintragungen warten. Bei anderen ist die Funktion zweitrangig – sie könnten als selbstbewusste Kunstwerke für sich stehen.
     

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WASSERFALTEN


Klingspor-Museuem Offenbach 2013


Buchbinder können Wasser falten. Das beweisen
Künstler dieser Zunft in ihrer Ausstellung «Wasser-
falten», die am kommenden Sonntag, 27. Januar
im Klingspor Museum eröffnet wird.
Die Ausstellung wurde von einer Künstlervereini-
gung aus Schweizer Buchbindern und der Bremer
Buchdesignerin Lore Hübotter für das Hafenmu-
seum in Bremen konzipiert und im September des
vergangenen Jahres erstmals dort ausgestellt.
Geschäftsführer der Offenbacher Firma Arte-
fakt, Jürgen Blümmel pflegt Kontakte zum Hafen-
museum und konnte die Ausstellung für Offenbach
gewinnen. «Es ist eine spannende Angelegenheit»,
sagt der Leiter des Klingspor Museums Stefan
Soltek, «denn Buchbinderei haben wir bei uns noch
sehr wenig gezeigt».
Im zweiten Stockwerk des Museums ist zu se-
hen, wie die Buchbinder «Wasser gefaltet» haben.
Neben Blumen aus Papier von Lore Hübotter sind
dort Bücher zu finden, die bedruckt, bemalt oder
mit leeren Seiten in komplizierten Interpretationen
der Leporellofalzung versehen sind. Diese Falzart
bildet die künstlerische Klammer der Ausstellung,
so Blümmel.
Alle Werke sind handgefertigt vom Papier bis
zum Buch. Darin liegt auch das Geheimnis des
Wasserfaltens, denn: «Für das Handwerk der Buch-
binder ist das Wasser ein essentieller Bestandteil»,
sagt Blümmel. Etwa wird es zur Herstellung von
Papier benötigt, das hinterher gefaltet wird.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie eine Wasseroberfläche
Die Oberfläche mancher Bucheinbände erin-
nern ausserdem an eine Wasseroberfläche. «Lore
Hübotter hat sich für ihre Werke von der Weser
inspirieren lassen», so Blümmel. Die Kunstwerke
werden ergänzt durch Gedichte über Wasser vom
Ehemann der Künstlerin, Klaus Hübotter. Das ge-
fällt Soltek besonders: «Da kommt die Schrift wie-
der ins Spiel», so der Museumsdirektor. Anders als
die üblichen Ausstellungen im Klingspor-Museum
biete die «Wasserfalten» nämlich eine haptische
und sinnliche Erfahrung für Besucher, so Soltek.
Manche Werke dürfen berührt werden: «Die
Buchbindekunst lebt vom Anfassen, denn das ist
ein besonderes Erlebnis», sagt Blümmel.


TEXT CHRISTINA FRANZISKET FRANKFURTER RUNDSCHAU

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